„Minos Geburt“ von Conny

17.09.2016

Schon seit zwei Tagen zieht es mir im Unterleib, auszuhalten aber doch merkwürdig. Immerhin ist das mein erstes Kind-woher soll ich also wissen wie sich die Wehen anfühlen?! Da der Bauchzwerg schon  4 Tage über dem errechneten Termin war, bin ich mit meinem Herzmann natürlich ins Krankenhaus gefahren. Das CTG zeigte eine (!) Wehe innerhalb von 2 Stunden an. Ach man… zur Beobachtung musste ich natürlich drin bleiben. Das CTG war weiterhin unauffällig. Am nächsten Tag das gleiche Spiel, nur dass die Schmerzen schlimmer waren. Mit der Ärztin hatte ich dann besprochen, dass ich gerne Montag (also den nächsten Tag) nach Hause möchte, wenn sich bis heute Abend nichts weiter ändert. Sie klärte mich noch über mögliche Einleitungen auf, was für mich aber nicht in Frage kommen sollte.

Gesagt, getan.

Der Montag kam und ich durfte heim. Traurig, dass er noch nicht da ist, glücklich aus dem Krankenhaus raus zu dürfen (i hate it!). Zuhause war ich mit meinem Hund eine riesige Runde spazieren und bin abends in die Wanne. Die Nacht war total entspannend. Am nächsten morgen (Montag) musste ich dringend auf Toilette. Beim aufstehen merkte ich schon dieses Tropfen. DIE FRUCHTBLASE. Es kam immer mal ein kleiner Schwall heraus. Ich wusste, dass Mino schon sehr tief im Becken liegt, somit war das die Erklärung dafür. Mein Herzmann zog sich an und ich schlüpfte schnell unter die Dusche (warum macht man das eigentlich? :-D). Angezogen und mit sack und pack ab in die Klinik. Unterwegs lief es und lief es. Gott sei dank hatte ich eine dicke Decke mit. Die Schmerzen kamen öfter und mein Unterleib zog sich zusammen. Es war halb 8.
Das erste, was die Hebamme sagte: „Haben Sie ihren Mutterpass mit?“ Oh je. Nein !!! Verdammt. Also fuhr mein Herzmann noch einmal zurück. Ich wurde in der Zwischenzeit an das CTG geschlossen und siehe da: Wehen. Leichte, aber es waren Wehen! Muttermund 2cm geöffnet. Wenn das so weiter geht, dachte ich, kannste ja zufrieden sein.

Dachte ich…

Die Schmerzen wurden immer schlimmer. In regelmäßigen Abständen veratmete ich diese kleinen Unterleibsschmerzen, mal in der Hocke, mal auf Knien. Es war mittlerweile 12.00 Uhr. Da ich ja vorhatte, in der Wanne zu entbinden, bot mir die Hebamme an, ein Bad einzulassen. „Oh ja , gerne!“ Ich dachte wirklich das entspannt mich. Aber dem war nicht so. So wie ich drin war wollte ich sofort wieder raus. Mein Herzmann immer an meiner Seite. Das war so wichtig für mich! Mit einem Schlag wurde es schlimmer und schlimmer. Ich konnte die Wehen zwar gut veratmen, wollte aber am Liebsten sterben. Mein Muttermund war bis dato 5cm geöffnet. Ich hatte also noch einen Weg vor mir. Das zog sich dann und zog sich dann und zog sich dann. Die Hebamme hatte mich irgendwann an einen Tropf angeschlossen und mir ein Medikament verabreicht. Das half, machte mich high (ja, so hab ich mich gefühlt haha). Aber leider war das nur von kurzer Dauer. Mittlerweile lag ich im Bett. Von einer Seite auf die andere drehte ich mich bei jeder Wehe. Der Herzmann immer: „Das machst du gut, das machst Du gut!“ Ich wollte ihn nicht umbringen. Ich wollte nur, dass er aufhört das ständig zu sagen. BTW mittlerweile sage ich ihm das auch immer mit einem lustigen Unterton, wenn er versucht Mino zu beruhigen. Hihi.

Nun weiter zum Tag…

Es war jetzt ca. 16 Uhr und ich konnte nicht mehr. Die Wehen waren so heftig. Ich sagte zum ersten Mal, dass ich nicht mehr kann. Mittlerweile waren ja auch schon 8 Stunden vergangen. Die Hebamme konnte mir nichts mehr geben- das wäre nicht gut für das Kind. Also musste ich so da durch. In der Zwischenzeit kam der Kinderarzt und eine Kinderärztin und stellten sich vor. Habe aber nur die Hälfte mitbekommen. Ich sagte, dass ich einen Kaiserschnitt haben will. Der Arzt versuchte mich zu beruhigen und versuchte mir Mut zu machen. Mein Muttermund war aber erst bei ca. 6cm. Wow. Die ganze Zeit die Schmerzen dachte ich, gerade mal einen Zentimeter weiter. Heute ist der Tag, an dem ich sterben würde.
Ich biss die Zähne also noch einmal zusammen und kämpfte. Zeitgefühl hat man übrigens wirklich nicht. Nach 1,5 Stunden musste ich pressen. Die Hebamme schaute nach und meinte immer wieder „nicht pressen“ bitte was? Ohhhh doch ich musste. Ich hörte auf meinen Körper und Zack der Muttermund lag bei 8cm. Ich durfte also loslegen. Der Arzt und die Hebamme drehten mich auf den Rücken. Das war wohl das aufregendste, schlimmste, schmerzhafteste und intimste was ich je erlebt habe. Mino rutschte immer wieder zurück also schob der Arzt seine Faust in meinen Bauch und drückte kräftig mit. Bei einer Wehe machte die Hebamme zwei Schnitte in meinem Intimbereich, sonst hätte Minos Dickschädel vermutlich nicht durch gepasst (haha, ganz die Mama eben) 18.14Uhr war er dann endlich da und wir vollkommen fertig aber glücklich.


Mino Noel
20.09.2016
53cm
3890g


Herzlichen Dank für deinen Geburtsbericht, liebe Conny! Ich bin sehr froh, dass es nach anfänglichen Startschwierigkeiten doch noch ein schönes Ende nahm, indem euch ein Kaiserschnitt erspart geblieben ist. Dir und deiner Familie alles Liebe!


Möchtest auch Du Deinen Geburtsbericht mit uns teilen und auf dem Blog veröffentlichen? Dann schicke diesen mit 2 Bildern deiner Wahl (zB. Babybauch und Babybild, Gesichter müssen nicht zu erkennen sein) an: elisa@doppelte.ueberraschung.de

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Hier bloggt Elisa, 27, über den täglichen Wahnsinn mit Zwillingen und Herzmann. Ein bisschen tätowiert, ein bisschen gepierced, aber mit Kurven und Verstand. Aus einer Öko- Patchworkfamilie stammend, gehe ich meinen Weg durch dieses Eltern- Labyrinth. Begleitet mich doch ein Stück dabei!

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