Die Bedeutung des (internationalen) Kindertages für mich

Heute ist der sogenannte Internationale Kindertag. Dieser findet jährlich am 1. Juni statt.

Der Kindertag geht zurück auf die Weltkonferenz für das Wohlergehen der Kinder im August 1925, zu welcher 54 Vertreter verschiedener Staaten zusammenkamen und die Genfer Erklärung zum Schutze der Kinder verabschiedeten. Im Anschluss an die Konferenz führten viele Regierungen einen Kindertag ein. Die Türkei hatte bereits 1920 den „Tag des Kindes“ eingeführt.

1954 haben die Vereinten Nationen das Kinderhilfswerk UNICEF mit der Ausrichtung eines Weltkindertages beauftragt. Jeder Staat soll einen Tag zum sogenannten Weltkindertag (Universal Children’s Day) erklären. Der Weltkindertag wird heute an unterschiedlichen Tagen in mehr als 145 Ländern gefeiert. Damit soll ein weltweites Zeichen für Kinderrechte gesetzt werden. (Quelle: Wikipedia, Lizenz: CC-A/SA) Dieser Text wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

In meinem Elternhaus wurde dieser Tag immer „gefeiert“. Es hatte für mich als Kind natürlich keine politische Bedeutung, sehr wohl aber die, dass es fairerweise neben dem Mutter- und Vatertag eben auch einen Kindertag gab, die wir alle zelebrierten. Man darf in jeglicher Weise solch einen „Feiertag“ für blöd erklären (aber dann bitte Mutter- und Vatertag gleich mit!). Mein Leben als Kind war immer sehr durchstrukturiert, was mit alleinerziehender Mutter, die in 3 Schichten arbeitete auch nicht anders gegangen wäre. Hatte sie frei, nutzten wir auch die Zeit zusammen so oft und gut es ging. So ein Tag wie Mutter- oder Kindertag ließ uns aber auch mal innehalten. So bekam ich zwar 1 Jahr mal eine Barbie (weil ich sie uuuuunbedingt haben wollte), sonst aber unternahmen wir etwas. Böse Zungen können nun fragen, warum man dazu einen bestimmten Tag bräuchte. Brauchten wir nicht, aber wir nahmen diesen gern als zusätzlichen Anlass. Vorfreude ist die schönste Freude. Für uns war es nie selbstverständlich an typischen Feiertagen wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten zusammen sein zu können. Viel zu oft musste meine Mutter arbeiten. So ein Kindertag bot sich also mehr als an.
 
Als Teenager und in einer Öko-Patchwork- Familie schlich es sich am Kindertag dann so ein, dass meine Mutter mit meiner Schwester und mir zu McDoof fuhr. Das war ein Ereignis für uns! Und ja, wir waren Teeanger. 😉 Meine erste Tiefkühlpizza aß ich mit etwa 15- und das auch nur bei Freunden. Man kann sich also in etwa vorstellen, was McDoof da dann bei uns auslöste. In dem Alter war es eben einfach ein Nachmittag oder Abend, an dem man verabredet war. Es war lustig noch einen Kindertag haben zu dürfen. Und auch mal zu Dritt etwas zu unternehmen.
 
Heute ist mir die politische Bedeutung schon bewusst und es ist erschreckend, dass es noch immer so viele Defizite gibt. Ein Grund mehr für mich diesen Tag mit meinen Kindern in irgendeiner Weise zu zelebrieren. Es wird keine Geschenke geben. Wir werden etwas unternehmen: Zoo, Kino, See/Meer. Je nach Alter und Laune. Ihnen zu sagen, dass heute ihr Tag ist, so wie am Muttertag eben meiner ist, wird sie sicher freuen so wie es mich gefreut hat nochmal extra gewertschätzt zu werden, auch wenn ich daran zum Glück nie zweifeln musste.
Eventuell ist auch das der Unterschied: Ich brauchte diesen Tag nicht, um zu merken, dass meine Mutter mich liebt. Dieser Tag zeigte mir einfach wie sehr sie mich liebt, denn ich kannte schon damals Familien, die diesen Tag nicht feierten. Zumindest dachte ich, ich wüsste es. Aber das ist eben doch erst der Fall, wenn man selbst Kinder hat.
 
Und so werden wir ihn auf unsere Weise feiern und einen weiteren Tag im Jahr ganz besonders dankbar dafür sein, dass unsere Kinder gesund und munter und überhaupt in unserem Leben sind. Wir feiern das Leben! Und da unsere Kinder unser Leben sind werden sie gefeiert.

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Elisa
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Hier bloggt Elisa, 27, über den täglichen Wahnsinn mit Zwillingen und Herzmann. Ein bisschen tätowiert, ein bisschen gepierced, aber mit Kurven und Verstand. Aus einer Öko- Patchworkfamilie stammend, gehe ich meinen Weg durch dieses Eltern- Labyrinth. Begleitet mich doch ein Stück dabei!

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