Brief an mein Kind – Logan

Mein Wunschkind,

in wenigen Tagen feierst du deinen 1. Geburtstag! Wie konnte dieses erste Jahr nur so schnell herumgehen? Du wirst dich später an dieses Jahr nicht mehr erinnern können, doch ich hoffe, du trägst die Liebe und Geborgenheit ein Leben lang in deinem Herzen. Wenn ich an eigene Kinder dachte, konnte ich mich nur als Jungs- Mama vorstellen. Nicht nur ein Sohn, sondern gleich zwei! Ich wollte unbedingt zwei Söhne haben und durch dich wurde dieser Wunsch Wirklichkeit!

Lustigerweise entdeckte man dich auch als zweites im Ultraschall. Du schienst zu schlafen, doch dein Herzschlag war stark und die schönste Melodie, die ich jemals hörte. Wir nannten dich schnell Schnarchnase, da man dich bei jedem Ultraschall zunächst wecken musste. Zum Ende der Schwangerschaft hin drücktest du dich so sehr unter meine Rippen, dass ich dort immer eine kleine Beule hatte- mal war es dein Kopf, mal dein Po. So richtig entscheiden konntest du dich nicht wie du liegen wolltest und so kam es, dass du am Tag deiner Geburt einfach quer in meinem Bauch lagst und die Ärzte es wirklich nicht leicht hatten dich zu erwischen. Aber mitgehangen, mitgefangen. Dein Bruder wollte raus und somit musstest du mitmachen. Man sollte meinen, dass dieser Zauber einer Geburt beim ersten Kind ganz besonders wäre, doch deine Geburt (dein Gewicht auf meiner Brust zu spüren) war nicht weniger zauberhaft. Eventuell sogar eher mehr, denn da kamen gerade zwei Kinder auf die Welt! Meine! Du!

Die Geburt setzte dir nicht weiter zu. Du warst ganz ruhig während dein Bruder meckerte. Wenige Stunden nach deiner Geburt zogst du bereits ein paar Schlucke aus einer kleinen Flasche. Die ersten Wochen waren für uns alle nicht leicht, doch du hast alles hingenommen, wenig geweint. Zuhause konnten wir uns dann richtig kennenlernen:

Von Beginn an warst du sehr entspannt, geduldig und ein Sonnenschein. Sobald du die Menschen um dich herum immer besser erkennen konntest, bekamen sie dein schönstes Lächeln. Skeptisch warst du nie, außer wenn die Müdigkeit siegte. Dein Bruder bedeutet dir so viel. Immerzu beobachtest du ihn, machst Quatsch, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen und wenn er weint, blickst du dich um. Du kannst aber auch tief und fest schlafen während er direkt neben dir weint. Eine Eigenschaft, die man wohl als Zwilling schnell entwickelt. Ich finde dich faszinierend!

Du scheinst bereits jetzt in dir zu ruhen, liebst Tiere (und besonders die „Gatze“) und Spiegel, isst für dein Leben gern und porbierst gern neues. Bücher findest du ebenso spannend wie Musik. Bei der Titelmusik von Gilmore Girls wippst du hin und her und bist ganz bei dir. Dein Schnuffeltuch ist überlebenswichtig und kein Glas vor dir sicher, da du so gerne daraus trinkst. Wenn man niest, auf dich zuläuft oder krabbelt lachst du dich kaputt. Deine Lache klingt schon erschreckend ähnlich wie meine. Du hast keinen Lieblingsmenschen, sondern gleich mehrere. Fremde findest du interessant und mit etwas Glück lächelst du sogar.

Einschlafen ist für dich kein Problem. Musik dabei hilft dir aber nochmals enorm. In den Schlaf magst du nur ganz selten gekuschelt werden, doch wenn, dann freue ich mich riesig darüber. Du hast ein sehr weiches Wesen, welches ich gern mag, denn ich bin absolut nicht so. Mein Schatz, du siehst wie ich als Baby aus, bist aber sanftmütig, was wiederum eine Eigenschaft deines Vaters ist. Die Mischung ist genial! Ich könnte mir keinen besseren zweiten Sohn als dich vorstellen! Danke, dass du bei uns bist und mir zeigst zu was ich fähig bin. Durch dich wurde ich zur Zwillingsmutter und ich freue mich auf diesen neuen Lebensabschnitt mit dir: Logan als Kleinkind! Ich weiß schon jetzt, dass es sehr spannend werden wird… 😉

Ich liebe dich so sehr, dass es manchmal schon weh tut. Du hast mich verletzlicher, aber gleichzeitig stärker denn je gemacht. Das mit uns, das passt. Das ist richtig und gut so. Und du bist für mich das perfekteste Wesen auf diesem Planeten.

 

Deine Mutti

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Hier bloggt Elisa, 27, über den täglichen Wahnsinn mit Zwillingen und Herzmann. Ein bisschen tätowiert, ein bisschen gepierced, aber mit Kurven und Verstand. Aus einer Öko- Patchworkfamilie stammend, gehe ich meinen Weg durch dieses Eltern- Labyrinth. Begleitet mich doch ein Stück dabei!

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